ich freue mich sehr Sie heute hier bei Familie Emmerich zum Starschuss des Projektes: "Erlebnis Weinberg" begrüßen zu dürfen.

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Ganz besonders freut es mich, dass mich hierbei meine charmanten Kolleginnen aus den umliegenden Winzerorten begleiten, die sich Ihnen ja schon mit dem Kitzinger Hofrat Walter Vierrether vorgestellt haben.

Das Seminar ist genau das richtige, für all diejenigen, die schon immer einmal wissen wollten wie eigentlich Wein entsteht und wie viel Arbeit dahinter steckt.

Im kommenden Jahr werden Sie den Ablauf der Weinherstellung hautnah mitverfolgen und dürfen natürlich auch selbst Hand anlegen.

Denn was gibt es schöneres als eine Flasche Wein in den Händen zu halten, von der man jeden einzelnen Schritt kennt und genau weiß was der Wein erlebt hat.

Sie lernen wie man die Rebanlagen pflegt und was alles nötig ist, damit überhaupt gesunde Trauben entstehen können, welche die Voraussetzung für gute Weine sind.

Vom Rebschnitt über die Laubarbeiten bis hin zur Weinlese werden Sie ihre Reben begleiten. Weiter geht es mit den Kellerarbeiten, bei denen die Trauben in Fässern zu edlen Tropfen reifen.

Zudem erhalten Sie wertvolles Wissen über Wein, die Arbeiten des Winzers und die Region in der Ihr eigener, ganz persönlicher Rebensaft heranwächst.

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Und das ist auch das richtige Stichwort. Denn als Iphöfer Weinprinzessin möchte ich Ihnen natürlich auch einiges über die Stadt erzählen, wo Ihr Wein im kommenden Jahr wachsen wird.

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahre 741, als die Kirche des hl. Johannes d.T. dem Bistum Würzburg übereignet wurde.

Das Stadtrecht wurde Iphofen 1293 von Bischof Manegold von Neuenburg verliehen, woraufhin man mit dem Bau von Mauern, Türmen und Toren begann. Zu dem bekanntesten Wahrzeichen der Stadt gehört das Rödelseer Tor, das unter anderem auch auf vielen Postkarten zu finden ist und für Winzer ein besonderes Privileg darstellt die Etiketten ihrer Bocksbeutel damit zu zieren.

Untrennbar mit der Geschichte Iphofens verbunden ist der Wein. Er prägt noch heute den Charakter des Städtchens und seine Bewohner.

Die konkreten Anfänge des Weinbaus sind leider nicht bekannt, aber in den alten Stadtbüchern aus dem 15. Jahrhundert wird er immer wieder erwähnt.

Zahlreiche Adelsgeschlechter und Klöster sicherten sich ihre Anteile am Iphöfer Wein.

Über die Jahre hinweg gab es allerdings immer wieder ein Auf und Ab in seiner Geschichte. Zu den verheerendsten Ereignissen gehörte die große Reblausplage im Jahre 1905, wodurch die komplette Gemarkung verseucht wurde. Erst nach 14 Jahren konnte durch die Einführung der reblausresistenten Pfropfrebe die Weinberge wieder neu angepflanzt werden.

Derzeit bewirtschaften rund 24 Winzer eine Fläche von ca. 290 Hektar, wodurch der Weinbau heute zu einem der wichtigsten Standbeine Iphofens zählt.

Angebaut werden, wie für Franken typisch, hauptsächlich die Rebsorten Silvaner und Müller-Thurgau.

Die Weine sind weit über Frankens Grenzen hinaus bekannt und wurden sogar bereits schon in europäischen Königshäusern ausgeschenkt; wie zum Beispiel im vergangen Jahr erst bei der Krönung des niederländischen Königs Willem-Alexander.

Zu den renommiertesten Weinlagen Frankens gehört der Iphöer Julius-Echter-Berg, dessen Name auf den Fürstbischof Julius Echter aus Mespelbrunn im Spessart zurück zu führen ist.

Auch der Kronsberg zählt zu den fränkischen Spitzenlagen. Benannt wurde er nach den Eichenwäldern oberhalb der Weinberge, die wie eine Pelzkappe über den steilen Südhängen thronen.

Zudem werden an den Lagen Iphöfer Kalb und Iphöfer Domherr ebenfalls erstklassige Weine geerntet.

Aber nun genug der vielen Worte, ich wünsche Ihnen bei Ihrem Weinseminar viel Freude und Spaß beim Herstellen ihres eigenen edlen Tröpfchens.

Freuen Sie sich darauf, in einem Jahr ihren Freunden einen Wein zu präsentieren und voller Stolz zu können: "Den habe ich selbst gemacht!".

Und denken Sie im kommenden Jahr daran, dass sich Ihre Mühen lohnen werden; denn…

"Drei Dinge gibt es, die machen die Wein,
die Erde, die Reben und der Sonnenschein,
doch wenn die Arbeit des Winzers nicht wär',
blieb selbst der schönste Becher leer."

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