Im Jubiläumsjahr wählte der Projektleiter und Gründer Walter Mosner den Winzerbetrieb Bauerschmitt in Ziegelanger bei Zeil am Main und die Weinschwestern und –brüder trafen sich im Erntejahr 2016 am 5.März zum 1. Mal.

gruppe2016

Das Weingut Bauerschmitt wird heute von Martin Bauerschmitt geleitet, der den von ihm praktizierten Weinbau auf eine Lehre als Winzer sowie ein Studium mit Abschluß als Dipl Ing. der Önologie und des Weinbaus basieren kann; die familiäre Tradition in Ziegelanger reicht allerdings schon bis zum Jahr 1922 zurück.

Die Weinberge der Bauerschmitts liegen zum einen „vor der Haustür“ in Ziegelanger (0,9 ha) mit Blick auf die Wallfahrtskirche Limbach, deren Altar das letzte Werk Balthasar Neumanns darstellt. Zusätzlich bewirtschaftet Martin Bauerschmitt allerdings noch den mittlerweile einzigen Weinberg in Bamberg, der gleichzeitig der östlichste Weinberg Mainfrankens ist. Dieser 0,6 ha große Weinberg, unterhalb des Klosters Michaelsberg, ist wirklich eine Besonderheit und ein Kleinod in herrlicher Lage mit unvergleichbarem Blick über die Bischofsstadt Bamberg.

Er befindet sich auf historischer Weltkulturerbefläche und wurde, nachdem Martin Bauerschmitt 2008 eine Ausschreibung der Stadt Bamberg anläßlich der bevorstehenden Landesgartenschau 2012 gewonnen hatte, seit 2009 neu bepflanzt; seine Geschichte als fürstbischöflicher Weinberg reicht allerdings bis zum Jahr 1153 zurück, er wurde später im Zuge der Säkularisation und nach einem strengen Winter 1829/30 komplett aufgegeben. Nach der Neubepflanzung durch Bauerschmitt gabs dann pünktlich zur LaGaSchau 2012 die ersten 10 000 Flaschen Silvaner vom Bamberger Stiftsgarten, seither eine köstliche und exquisite Besonderheit.
Das Weingut Bauerschmitt baut also (in 2 Lagen auf zusammen 1,5 ha), insgesamt 20 00 Flaschen/Jahr aus, die „Zielanger Lage“ auschließlich an Endverbraucher, vom Bamberger Weinberg, nach vereinbarten Anteilen für das Kloster Michaelsberg und die Stadt Bamberg, auch über den Handel.

Das Projekt „Erlebnis Weinberg“, von Walter Mosner 2006 initiiert, entstand aus einer Idee, die er im Zusammenhang mit der siegreichen Prämierung seines Slogans „der mit der Sonne tanzt“ für den fränkischen Silvaner hatte.

Dieses Weinseminar ist von der Idee getragen interessierten Zeitgenossen das Wissen um die Entstehung des Weines in Theorie und Praxis zu vermitteln. Jeder Seminarteilnehmer bekommt in einem Erntejahr als Gegenwert für seine Seminargebühr nicht nur die Gelegenheit an 6-7 ganztägigen Treffen beim jeweiligen Winzer mit aktiver Teilnahme an anfallenden Arbeiten im Weinberg teilzunehmen und interessante theoretische Informationen zu erhalten, sondern auch im darauffolgenden Jahr ca 100 Flaschen des „von ihm selbst angebauten Weines“ mit individuellem Etikett.
So finden sich seither jedes Jahr eine illustre Gruppe von interessierten Menschen zusammen, viele zum wiederholten Mal teilnehmend, z.T. seit der Gründung des Projekts.

Am 5.März 2016 folgte nach der „Vorstellungsrunde“ aller Weinbrüder und –schwestern sowie der theoretischen Vorstellung des Weinbaubetriebes durch Martin Bauerschmitt, die „Fragerunde“ der Projektteilnehmer (z.B. zur neu kreierten Bocksbeutelflasche des fränkischen Weinverbands, die allerdings bei Bauerschmitts wegen erhöhter Kosten für Lizenzgebühr und neuer Abfüllvorrichtungen derzeit noch nicht eingesetzt wird) und die Besichtigung des Weinguts sowie der Produktionsanlagen
Die Fässer in der „Multifunktionshalle“ sind aus Edelstahl oder Plastik, einige kleinere Fässer enthalten sterilisierten Traubensaft zur Herstellung der gewünschten Restsüße.
Martin Bauers Philosophie ist es den neuen Wein auf der Hefe bis zum Schluß des Gärprozesses „durchgären“ zu lassen, bevor Traubensaft zur Korrektur der Restsüße hinzugegeben wird.

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Der Rebstock vor dem Schnitt
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Der Rebstock nach dem Schnitt
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Dann begann endlich die praktische Arbeit beim Rebschnitt im Weinberg Zielanger. Dieser Rebschnitt ist die erste größere Herausforderung des Winzers im Spätwinter des Erntejahres: Hier wird durch das Ausmaß des Schnitts der Reben des Vorjahres über Qualität und Quantität der Ernte des laufenden Jahres entschieden. Es wird jeweils 1 verbleibender Trieb des Vorjahres ausgewählt (ausnahmsweise ein „Frost/Ersatztrieb“ oder bei ansonsten entstehen Lücken ein 2. Trieb, sofern vorhanden, zur „Lückenfüllung“), weitere Triebe werden, bei verbleibenden kurzen Zapfen oder vollständig abgeschnitten; sodann wird die Länge des ausgewählten Triebes angepaßt und am Drahtgeflecht zwischen den Rebstöcken vorsichtig angebunden. Aus den verbliebenen Augen und Zapfen sprießen, so der Wettergott „mitspielt“ und kein Ungeziefer die Ernte vernichtet, die Trauben.

Je weniger Platz zum Sprießen neuer Trauben belassen wird, desdo größer die Qualität des daraus entstehenden Weines.

Der Regen setzte an diesem kurzweiligen Tag, pünktlich mit Abschluß der Arbeiten ein, abgerundet wurde das „1. Projekttreffen des Erntejahres 2016“ durch eine deftige Brotzeit und Verkostung der von der Winzerei Bauerschmitt ausgebauten Weinsorten „Silvaner“, „Riesling“, „Bachus“, „Riesling Spätlese“, sowie „Dornfelder“ (zugekauft anstelle der im Erntejahr 2015 von der Kirschessigfliege zerstörten „Domina“ Ernte) sowie „Rotling“.

Alle Weinbrüder und-schwestern freuen sich nunmehr auf das vor ihnen liegende Erntejahr 2016 und insbesondere auch auf die Mitarbeit im einmaligen Bamberger Weinberg „Stiftsgarten“ unterhalb des Klosters Michaelsberg.

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