Dieser Projekttag forderte uns mit allen Sinne und diesmal auch Emotionen, denn angesagt war Rückschnitt!
Was sich so einfach anhörte war eine Wissenschaft für sich und wurde an einer Premium Scheurebe der Lage Julius Echter Wein geübt.

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vor dem Rückschnitt
rueckschnitt2
nach dem Rückschnitt

Um diese Aufgabe zu meistern, lichteten wir zuerst die Traubenzone auf der Wetterabgewandten Seite gründlich aus. So kommt Licht und Luft an die Trauben, damit sie nicht zu feucht bleiben und so Pilzen einen perfekten Nährboden bieten. Über den Trauben blieben die Blätter dicht, denn genau sie sind für die Assimilation nötig die letztendlich den Geschmack mit beeinflusst.

Da waren sie nun: alle Trauben hingen im Überfluss vor uns!

Unter Rückschnitt versteht man das Reduzieren der Trauben an der Rebe.

Das Ziel ist ein nahezu perfektes Verhältnis von Trauben pro Rebe zu erreichen, ca. 10-14 Trauben bei einer Scheurebe, je nach Vitalitätsgrad der Pflanze. Bei diesem ‚Bestückungsgrad‘ ist die Wahrscheinlichkeit am größten: Am Ende ca. 1-2 Flaschen Premiumwein zu ernten pro Rebe.

Vorher galt es aber noch zu verstehen, wo man optimal abzwickt, und zwar in folgender Weise

traube
  • 1. Kleinere Doppeltriebe entfernen
  • 2. Triebe mit ganz wenig Blättern entfernen
  • 3. Die am weitesten oben hängenden Trauben entfernen
  • 4. Besonders dicht sitzenden Trauben ‚ausdünnen‘
  • 5. Eventuell schon gequetschte Trauben entfernen

Unser Winzer, Herr Emmerich, korrigierte nicht wenig, denn je optimaler der Rückschnitt, desto besser der Wein! Und: jede Stunde Arbeit im Weinberg schmeckt man letztendlich!

Uns blutete doch sehr das Herz, so viele, eigentlich wunderschön aussehende Trauben Abzuschnippeln und schnöde auf den Boden zu werfen

Während der Arbeit lernten wir noch einige Eigenheiten der Scheurebe kennen. So hat sie zum Beispiel eine Schulter, na so was! Damit ist der Stiel der Traube gemeint, der in einer schulterähnliche Kurve wächst.

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