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Bei fast hochsommerlichen Temperaturen von 22 Grad gingen die Weinfreunde und Anteilseigner des Projekts am 6.Mai in die 2.Runde.

Am bis dahin schönsten Frühlingstag des Jahres traf man sich, fachkundig begleitet von Manfred Rothe, zur Triebkorrektur und zur Reben Pflanzung.

Ein Glas Prosecco „zum Warmwerden“ auf der sonnigen Terrasse des Winzerhofs Rothe, wahlweise Cuvée Müller Thurgau/Bachus oder Blauer Zweigelt brachte die Erinnerung an die exzellenten Weine des Premiumwinzers unmittelbar zurück.
Drei neu hinzugekommene Weinbrüder stellten sich vor, vom beruflichen Hintergrund bzw. aufgrund „exotischer Hobbies“ eine weitere wertvolle Bereicherung des illustren Kreises. Immerhin 17 von insgesamt 21 Anteilseignern war bei diesem 2. Treffen des Jahres 2017 anwesend.

Man diskutierte dazu die verschiedenen „Prosecco Philosophien“, in unseren Breiten oftmals als „Mode-Muntermacher“ der Schickeria verkannt, ganz im Gegensatz zum Herkunftsort Italien, wo er von Kennern als „echter“ Wein geschätzt wird. Auch die verschiedenen Phasen der Frostempfindlichkeit von Wein und anderen Früchten wurde anschaulich erläutert, ebenso wie die von Bismarck eingeführte Sektsteuer.
Interessant auch Rothes Ausführungen, warum Flaschenrücknahme bei Weinflaschen heutzutage nicht mehr lohnend ist. Im wesentlichen geht es um die Dichtigkeit der Schraubverschluß Flaschen, die bei leichtesten Beschädigungen, nicht mehr gewährleistet werden kann; so müssen, so weh es tut, selbst die teuren Bocksbeutel im neuen, vom oberfränkischen Designer Peter Schmidt entworfenen, Design nach Verbrauch sachgerecht entsorgt werden.

Die aktive Arbeit im Weinberg fand diesmal im benachbarten Astheim statt: Idyllische Höhepunkte Mainfrankens, wie die Vogelsburg, oder der Zwiebelkirchturm der Dreifaltigkeitskirche von Gaibach (errichtet von Balthasar Neumann) und die „Konstitutionssäule“ in greifbarer Nähe. Weiterhin im Blick „Maria im Weingarten“ bekannt durch die „Madonna im Rosenkranz“ von Tilmann Riemenschneider, heute eine Kopie, nach dem legendären Diebstahl als Henri Nannen, der Herausgeber des „Stern“ einst das Lösegeld bezahlt hatte, befindet sich das Original heute im Mainfränkischen Museum in Würzburg.

vortriebkorrektur nachtriebkorrektur
Vor der TriebkorrekturNach der Triebkorrektur

Bei der „Triebkorrektur“ , heute an Muscaris Reben, geht es darum, die bereits jetzt, trotz relativ kühler Temperaturen am Hauptstamm des Weinstocks in großer Menge heraustreibenden „Wassertriebe“, auch „zusätzliche Augen“genannt, herauszubrechen, derzeit noch sehr leicht, z.T. sogar ohne Handschuhe machbar. 4-5 kräftige Triebe sollen pro Rebstock, sofern vorhanden, verbleiben. Erfrorene Augen müssen, in diesem Stadium, nicht unbedingt entfernt werden, noch ist Hoffnung auf erneutes „Nachtreiben“. Sogenannte „Beiaugen“, d.h. Doppeltriebe sind in der Regel ebenfalls zu entfernen, sofern sie nicht, z.B. an den kurzen Zapfen aufgrund ihres kräftigen Wuchses als „stille Hoffnungsträger“ angesehen werden können und verbleiben. Bei Weinstöcken der Muscaris Traube gibt es viele Beiaugen, somit durchaus Hoffnung bei Frostschäden, ganz anders bei der Domina Traube, im Weinberg gleich benachbart. Der Untergrund ist hier Muschelkalk auf Keuper und Sand.

geschein

Glücklicherweise blieb das Weingut Rothe diesmal von Frostschäden, Stand 6.Mai, weitgehend verschont, hoffentlich bleibts so! Selbst bei den bisher relativ kühlen Temperaturen zeigen sich bereits, noch gut versteckt, die ersten Trauben, das sog. „Geschein“.
Die Mitglieder des Projekts „Erlebnis Weinberg“ pflanzten anschließend im Abstand von 1,25m je einen Rebstock (Grundwurzel generell aus USA stammend, anschließend veredelt, wobei Nordheim mit Steinmann eine der größten Veredelungsschulen beherbergt.) Auch diese Kunst konnten die Weinbrüder und Schwestern also lernen.

Die Erläuterungen Manfred Rothes waren wieder überaus reichhaltig, informativ und geschätzt, ebenso wie die deftige Brotzeit im Weinberg und der abschließende Imbiß im Winzerhof.

Das Projekt schreitet, auch im 12.Jahr munter voran, allen Mitgliedern, wie auch dem Premium Winzer, hats riesig Spaß gemacht, der Wettergott war mehr als gnädig, denn am Sonntag regnete es wieder.

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